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Phlebödem

 

Man versteht unter einem Phlebödem ein durch Venenerkrankungen bedingtes Ödem [8], wobei eine Varikosis, Thrombosen (Abb. 3) oder Phlebitiden zu einer Schädigung der Venen und Venenklappen führen.
Diese valvuläre Insuffizienz bedingt bevorzugt an den Unterschenkeln und Füßen einen erhöhten venösen Gefäßdruck und damit auch erhöhten Kapillarblutdruck, wodurch die Filtration erhöht ist. Erst wenn die interstitielle Flüssigkeitsproduktion das Lymphsystem funktionell überfordert, kommt es zu einer Ödematisierung, wobei das Ödem eiweißarm und somit in der Regel tief dellbar ist. Weitere typische Symptome eines Phlebödems sind die bläuliche Verfärbung der betroffenen Extremität, das Auftreten von Krampfadern sowie in späteren Stadien eine Braunverfärbung der Haut durch Hämosiderin. Im Laufe der Jahre kann durch wiederholte Phlebitiden mit entzündlicher Schädigung auch der Lymphbahnen ein zusätzliches sekundäres, postentzündliches Lymphödem entstehen, so daß Phlebödeme sich zu Phleblymphödemen (Abb. 4) umwandeln können.

Abb. 4
Phleb-Lymphödeme beider Beine
nach rezidivierenden Thrombosen
und Thrombophlebitiden

links: vor der Therapie

rechts: nach 3wöchiger Therapie


Die Basistherapie von Phlebödemen ist die Kompressionsbehandlung, welche bei nicht ausreichendem Ansprechen mit MLD kombiniert werden sollte. Ebenso spricht die häufige Komplikation des Phlebödems, das Ulcus cruris venosum (Abb. 5), auf diese physikalische Ödemtherapie ausgezeichnet an.

Abb. 5
zirkuläre Ulcera cruris bds.
und Phlebödeme der Unterschenkel
(seit 20 Jahren bestehend)

links: vor der Therapie

rechts: nach 10wöchiger Therapie


Bei einer akuten Thrombose ist MLD wegen der Gefahr einer Lungenembolie durch einen mechanisch gelösten Thrombus bis zum Festwachsen des Thrombus nach 4-6 Wochen kontraindiziert. Bandagierungen sind dagegen auch in dieser Zeit sinnvoll.