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DGL Zeitschrift

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"Lymphologie in Forschung und Praxis" ist ein Service für DGL Mitglieder
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Im Folgenden veröffentlichen wir eine Zusammenfassung aus der aktuellen Ausgabe von "Lymphologie in Forschung und Praxis". Werden Sie Mitglied der DGL und profitieren Sie von vielen weiteren Vorteilen.


Das Verhältnis der Hautfaltendicke von Abdomen und
Oberschenkel und die Kompressibilität der Subkutis sind
objektivierbare Kriterien zur Diagnostik des Lipödems


R. Kasseroller1, E. Brenner2
1Lymphologische Schwerpunktpraxis, Medizinisches Zentrum Bad Vigaun, Österreich
2 Institut für Klinisch-Funktionelle Anatomie, Medizinische Universität Innsbruck, Österreich

Zusammenfassung:
Einleitung: Die Diagnostik des Lipödems basiert bislang auf rein klinischen Befunden, objektive Parameter fehlen bislang. Ziel dieser Studie ist es, einen möglichen Zusammenhang zwischen einer standardisierten, sonographisch gemessenen Kompressibilität der subkutanen Fettschicht sowie dem Vergleich der Hautfettfalten an Abdomen und Oberschenkel und der klinischen Diagnose Lipödem aufzuzeigen.

Material und Methode: Das Grundkollektiv zur Probandinnen-Auswahl bestand aus 1100
Patientinnen und Patienten. Davon wurden 1016 Patientinnen und Patienten wegen zutreffender Ausschlusskriterien ausgeschlossen. Die verbliebenen 84 Patientinnen wurden auf die klinische Diagnose „Lipödem der Beine“ untersucht. Die klinische Diagnose „Lipödem“ war bei 71 Patientinnen positiv und bei
13 Patientinnen negativ. Insgesamt haben drei Patientinnen die Teilnahme verweigert (eine mit negativer Diagnose, zwei mit positiver Diagnose); damit wurden 69 Patientinnen in der Gruppe der Lipödempatientinnen und zwölf Patientinnen in der Kontrollgruppe untersucht. Zudem wurden als weitere Kontrollgruppe sieben männliche „gesunde“ Probanden mit derselben Technik vermessen und verglichen. An Daten wurden für alle Probandinnen und Probanden das Alter, BMI, Verhältnis von Abdomen- zu Oberschenkelhautfettfalte (nur rechts), Subkutisdicke am Oberschenkel unkomprimiert und komprimiert
auf beiden Seiten erhoben.

Resultate: Die Annahme, dass die Subkutis bei Lipödempatientinnen deutlich geringer kompressierbar
ist, konnte an 69 Lipödempatientinnen, die keinerlei Lymphödemsymptomatik zeigten, verifiziert werden. Die Kontrollgruppen (sieben Männer, zwölf Frauen) verhielten sich diesbezüglich negativ. Der Mittelwert dieser Kompressibilität lag in der Lipödemgruppe bei 7 %, in den Kontrollgruppen bei 22 % (Männer) bzw. 16 % (Frauen ohne Lipödem). Das Verhältnis der Hautfettfalten an Abdomen und Oberschenkel war bei Lipödempatientinnen mit im Mittel 0,43 signifikant unter den anderen Gruppen (Männer: 1,45; Frauen ohne
Lipödem: 1,16).

Diskussion: Die sonographisch gemessene Kompressibilität der Subkutis stellt einen wichtigen, objektiven Parameter zur Diagnostik des Lipödems dar. Eine zusätzliche positive Aussage liefert zudem der Vergleich der Hautfettfaltendicke an Abdomen und Oberschenkel mit statistisch signifikanten Unterschieden.

Schlüsselwörter:
Lipödem, Lipohyperplasie, Sonographie, Kompression, Subkutis, Hautfettfalten